Montag, 22. Juni 2009

Das war Novarock 2009

Nachdem ich wieder unter den Lebenden weile, darf der Nova Rock Bericht natürlich nicht auf sich warten lassen.

Tag 1: die Anreise

Donnerstag ging es los, Frau T., Frau V., Herr S. und ich waren um 10:00 Uhr verabredet. Unstrukturiert wie ich halt so bin, war ich mit den Vorbereitungen etwas im Verzug und habe zu allem Überfluss auch noch verschlafen (was zur Folge hatte, das ein Paar Stiefel, eine Taschenlampe und diverse andere Dinge nicht den Weg in den Rucksack gefunden haben, aber dazu später mehr). Da Frau T. noch in den Baumarkt wollte, um sich ein paar Gummistiefel zu kaufen (weise Entscheidung!), sind sie und Herr S. vorgefahren und Frau V. hat mich etwas später eingesammelt. Wir haben dann noch gemeinsam einen Kaffe auf der Raststation getrunken, wo wir uns dann wieder gesammelt haben (physikalisch und auch mental).

Das Wetter war prächtig und so gegen 12:30 waren wir am Festivalgelände. Leider hat sich das frühe Anreisen rein parkplatztechnisch nicht gelohnt, und so durften wir in praller Sonne unser Gepäck plus die Zelte der Nachzügler zum Zeltplatz tragen. Ohne (oder mit wenig) Gepäck benötigt man für den Weg zum Eingang ca. 20 Minuten, voll beladen und in der Hitze brauchten wir eine gefühlte Ewigkeit.

Frau T. und Herr S. waren etwas schneller unterwegs, da das Wagerl von Frau V. sich nur sehr schwierig über den unebenen Untergrund ziehen ließ. Besonders mühsam war dann noch das Umtauschen der Karte gegen die Festival Armbänder,


aber als Frau V. und ich endlich auch die letzte Hürde überwunden hatten, waren Frau T. und Herr S. bereits erfolgreich und haben einen exzellenten Zeltplatz für unsere 6 Zelte gefunden. Die Lage war perfekt: 5 Minuten zu den Duschen, nicht direkt am Weg und man konnte vom Platz die Red Stage super hören.

Während Frau V. und ich noch unsere Zelte aufbauten, hatte Herr S. sich bereits mit unseren Nachbarn angefreundet. Besonders unsere nächsten Nachbaren Petzi, Dominik, Mike, und dessen Freundin Jenny stellten sich als sehr entspannt heraus. Wir hatten Ihnen mit ein paar Heringen und Schnüren zum Verspannen des Pavillons ausgeholfen und sie haben uns gleich angeboten, uns mit in den Schatten zu setzen. Ich kann also nur weitergeben, was Petzi gleich am Anfang gesagt hat: Leute mit Cowboy-Hüten sind coole Leute!

Als das Zelt stand, war endlich Zeit für das erste Bier:



Den Donnerstagabend haben wir entspannt mit Bier und unseren mitgebrachten Vorräten verbracht. Für weitere Unternehmungen waren wir einfach zu fertig, außerdem spielten die ersten Bands ja erst am Freitag. Spontan entschieden sich Herr F. und seine Freundin, auch schon am Donnerstag anzureisen. So gegen 1:00 Uhr waren sie dann auch da, und während alle anderen schon eher in Richtung Iso-Matte tendierten, war Herr F. schwer motiviert, sich noch zu amüsieren. Um 2:00 Uhr war für mich zumindest Schluss.


Tag 2:

Ich wurde wach, es war hell im Zelt und fühlte mich super ausgeschlafen. Als ich auf die Uhr schaute, war es allerdings erst 5:00 Uhr und ich hab mich nochmal umgedreht. Ich konnte dann noch ein paar Mal eindösen und bin dann aber irgendwann aufgestanden, weil es im Zelt schon recht warm wurde. Herr F. taumelte auch irgendwann aus seinem Zelt und gab erst nur Grummeln von sich, wurde aber recht schnell munter und begann dann recht früh wieder mit Bier.

Am Vormittag trudelten auch Frau N. und die zweite Frau T. ein, die ich um weniger Verwirrung zu schaffen Fräulein T. nennen werde. Als dann auch ihr Gepäck da war und ihr Zelt stand, war Herr F. schon recht fröhlich. Irgendwann hatte er es dann allerdings etwas übertrieben und sich zum Rausch ausschlafen in sein Zelt zurückgezogen. Am späten Nachmittag verteilte sich die Gruppe auf die verschiedenen Stages, ein paar blieben auch bei den Zelten, da man von hier die Red Stage genauso gut hören konnte.

Zu „Faith no More“ waren wir dann wieder halbwegs komplett, und es hat sich wirklich gelohnt:



Wir haben chillig weiter hinten gesessen und einen kleinen weißen Spritzer getrunken:




Im Anschluss ist ein Teil weiter zu Metallica gepilgert und hatte sich in unterschiedlicher Entfernung zur Bühne platziert, obwohl sich der Himmel schon sehr zugezogen hatte. Kurz vor dem Beginn fing es an zu tröpfeln und Frau V. beschloss, auch zu den Zelten zurück zu kehren. Ich wollte wenigstens ein paar Stücke hören, hab dann aber auch nach zwei Titeln vor dem Regen kapituliert, weil es auch ziemlich kalt wurde. Klitschnass bin ich bei den Zelten angekommen, aber wenigstens war im Zelt alles trocken und ich hab mich schnell in meinen Schlafsack eingepackt.


Tag 3: der Tag des Gatsch (oder Schlamm, für meine deutschen Leser)

Es hatte die ganze Nacht durchgeregnet und langsam aber sicher verwandelten sich alle Wege in Zentimeter hohen Matsch. Da die Bands bis zum frühen Abend uns nicht aus dem Zelt locken konnten, haben wir es uns in meinem Vorzelt gemütlich gemacht. Herr F. und seine Freundin beschlossen, erst mal nach Hause zu fahren und erst am Abend zu „Placebo“ zurück zu kommen.
Nachdem es unvermeidliche Gründe gibt, zwischendurch das Zelt zu verlassen, musste man sich immer wieder in die Schlammschlacht stürzen. Besonders an der Hauptkreuzung verwandelte sich der Weg immer mehr in einen Sumpf. Gegen Mittag hörte der Regen endgültig auf und die Wege wurden besser (was weit entfernt von trocken war).

Meine Schuhe waren komplett nass, und da es auch nicht sehr warm war, beschloss ich die anderen nicht zur Blue Stage zu begleiten. Ich wollte wenn sowieso am Abend zur Red Stage und „In Extremo“ hören und machte es mir mit meinem Whisky (Laphroaig, ein 10 Jahre alter Islay Single Malt, den ich am Donnerstag unter Schmerzen in eine Plastikflasche umgefüllt hatte… aber man ist ja ein braver Festival-Besucher) gemütlich.

Ich befand mich den ganzen Tag in meiner ganz eigenen Welt (zugegebener Maßen war der Whisky nicht ganz unschuldig daran) und verbrachte die Zeit damit, mit Petzi und Dominik Leute zu beobachten. Ich sag euch, nächstes Mal brauche ich unbedingt so Wertungstafeln und meine richtige Kamera, das glaubt einem sonst keiner! Irgendwann wollten Dominik und Petzi schon mal zur Red Stage und da ich Hunger hatte und mal sehen wollte, wie es den Wegen geht, habe ich sie begleitet. Wir haben das Ende von „Monster Magnet“ und den Anfang von „Killswitch Engage“ gehört, hat mich aber live beides nicht so begeistert. Der Weg zum Zelt zurück war zwar nicht weit, aber da es im Schlamm leicht bergab ging, beschloss ich, „In Extremo“ vom Zelt aus zu hören.

Auch der Rest der Partie ist vor „Placebo“ nochmal zum Zelt gekommen, auch sie hatten sich durch den Schlick kämpfen müssen und sahen ein wenig mitgenommen aus. Schlussendlich konnten sich nur Frau T. und Herr S nochmal motivieren, loszuziehen. Nach „In Extremo“ kamen Dominik und Mike zurück und wir hatten noch einen ziemlichen Spaß. Dominik konnte sich irgendwann die Sprüche nicht mehr gefallen lassen, die aus dem Zelt von Frau N. und Fräulein T. kamen und übernachtete bei Ihnen. Als ich mich kurze Zeit später in meinen Schlafsack verkrochen hab, hörte ich die drei über die wunderlichsten Themen sprechen und musste natürlich meinen Senf dazu geben. Aber mal ehrlich: drei unter 25-jährige in einem Zelt und dann wird nur geredet?!? Die Jugend von heute… tststs ;)


Tag 4: das Finale

Das Wetter wurde wieder besser. Sonne und Wolken wechselten sich ab und die Wege waren größtenteils wieder begehbar. Nachdem wir uns am Morgen sortiert hatten, wurden die ersten Zelte abgebaut, da alle außer Frau V. und ich nach dem letzten Konzert abreisen wollten. Frau V. und ich packten auch schon ein paar Dinge zusammen, damit wir am nächsten Tag nicht so viel schleppen mussten und wir unternahmen eine Expedition zum Parkplatz. Als das überstanden war, gingen Frau N. und Fräulein T. zur Red Stage, Frau T. und Herr S. zur Handyladestation und zum Bankomaten (was eine Expedition für sich war) und Frau V. und ich brachten unsere leeren Rucksäcke wieder zurück zu den Zelten.

So gegen 18:00 Uhr haben wir uns dann alle bei der Blue Stage eingefunden. Es musste ja noch ein wenig Geld ausgegeben werden und ich wollte „Madsen“ hören. Zum Glück spielten im Anschluss die „Guano Apes“, „Limp Bizkit“ und auch „die Toten Hosen“ alle auf der gleichen Bühne und wir machten es uns im Gras gemütlich. Die Stimmung war grandios und es kam so richtig Festival-Feeling auf.

Nachdem ich eigentlich kein Freund von Menschenmassen um mich herum bin, halte ich mich normalerweise immer etwas weiter hinten auf, aber an dem Tag war ich hoch motiviert und so stürzten wir uns ins Getümmel. Um 23:30 ging es pünktlich los und die Stimmung war fantastisch. Die Hosen spielten eine gute Mischung aus Altem und Neuem und das Publikum war textsicher. Um Mitternacht begannen die ersten Reihen „Happy Birthday“ zu singen, Campino hat am 22. Juni Geburtstag (er wurde 47). Wenn er kein guter Schauspieler ist, war er wirklich gerührt. Im Anschluss spielte er „nur zu Besuch“. Das Lied ist für so schon sehr emotional, aber dort war es der Hammer. Wenigstens fällt es in der Menschenmenge nicht so auf, wenn man zu heulen anfängt ;)

Als die Hosen zur ersten Zugabe auf die Bühne zurück kamen, erklärte Campino, dass er gerne mit seinem Tontechniker ein Bier trinken würde und ließ sich vom Publikum zum Technik-Tower transportieren. Dort angekommen trank er sein Bier, kletterte auf das Dach (welches eigentlich nur eine Plane war) und zündete dort ein Bengalisches Feuer (während er die ganze Zeit nicht wirklich aufhörte „Das Wort zum Sonntag“ zu singen). Zu sehen hier:



Es folgten noch zwei weitere Zugaben und ich muss sagen, mir hat nicht ein Lied gefehlt! Unter anderem spielten sie auch „Bofrostmann“ und da fiel mit eine Diskussion mit M. ein, der behauptete, sowas würde es in Österreich nicht geben. Hier ist der Beweis, Bofrost gibt es auch in Wien:

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Um 1:00 Uhr beendeten die Hosen mit „Never Walk Alone“ das Konzert und mit einem Feuerwerk auch das Nova Rock. Meine Stimme war völlig fertig (und auch heute klingt sie nicht wirklich besser ;) ). Die anderen machten sich gleich auf den Weg zum Auto, Frau V. und ich bahnten uns den Weg zurück zum Zelt. Nach einer letzten Zigarette verkrochen wir uns um 2:00 Uhr in unsere Schlafsäcke.


Tag 5: back to reality

Am nächsten Morgen war das Wetter leider schlechter als angekündigt, so dass wir nach dem Aufstehen schnell unsere Zelte zusammen packten und uns auf den Weg machten. Der Zeltplatz glich einem Schlachtfeld:



Auf der Rückfahrt machten wir noch einen Zwischenstopp beim Mäcci in Parndorf (nicht, dass wir mit dieser Idee alleine waren) um danach zurück in die Zivilisation zu kehren.

Heute hat mich die Realität dann wieder eingeholt, 5 Tage Ausnahmezustand sind vorbei. Und für alle, die nicht verstehen, warum man sich das antut, hier mein neues Lieblingszitat von Frau N. : „Wir sind nicht verrückt, wir sind alternativ-normal!“

Zum Abschluss noch ein paar Links mit Nova Rock Impressionen:



(man beachte den Gatsch, das war mal der Weg zu den Duschen...)

Und wirklich coole Fotos von www.verdammt.at:

Freitag, 19.6.2009
Sonntag, 21.6.2009

(Samstag wird auch noch folgen, also einfach später nochma nachschauen ;)

2 Kommentare:

  1. RealMarcelHauer24. Juni 2009 um 10:03

    Nett geschrieben. Im Prinzip ist es bei uns sehr ähnlich gelaufen, nur dass wir leider schon am Sonntag Vormittag abreisen mussten...

    In Extremo hört man sich übrigens nicht im Zelt an! ;)

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  2. Prinzipiell gebe ich Dir da voll recht und schäme mich auch ein bisschen ;)

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